9 Tage-Tour durch Kroatien, Slowenien, Italien, Österreich und den Schwarzwald

Am Morgen des 06. Juni 2007 gings es los! 2 bepackte 650er NTV zogen los Richtung Kroatien! Die beiden dazugehoerigen Fahrer natuerlich auch! In diesem Fall... Fahrer und FahrerIN. Geplantes, gebuchtes oder sonst irgendwas in der Form gab es nicht, da keine Ferien waren und weil auch die Hauptsaison noch nicht angefangen hatte, waren wir davon ueberzeugt, jederzeit und ueberall etwas zum uebernachten zu finden.
Hier erst mal ein kurzer Überblick ueber die einzelnen Etappen
Mittwoch     Langen - Nussdorf  705 km
Donnerstag     Nussdorf - Veprinac  380 km
Freitag     Veprinac - Hum - Porec - Veprinac  210 km
Samstag     Veprinac - Vranja - Paz - Pazin - Barban - Veprinac  335 km
Sonntag     Veprinac - GorJelenje - Fuzine - Bribir - Jadranovo und "Badeeinlage"in Medveja  236 km
Montag     Icici - ?? (muss noch mal in der Karte nachschauen)  337 km
Dienstag     Toblach - versch Paesse - Hopferau  367 km
Mittwoch     Hopferau - versch Paesse - Neustadt  307 km
Donnerstag     Neustadt - Schwarzwaldrundfahrt - Neu Isenburg  403 km
Zuerst zog es uns auf die A5, weil wir nicht schon ab zuHause die Tour beginnen wollten, obwohl es ja eigentlich heisst: "der Weg ist das Ziel"
Immerhin wollten etwas ueber 1000 km hinter uns bringen bis wir am Ziel waren und da wir uns 2 Tage Zeit dafuer gegeben hatten, waere der Odenwald wohl das Falscheste gewesen womit wir haetten anfangen koennen!
Somit hiess es also erst mal km hinter uns bringen. Ueber Passau, Wels und Liezen gings recht flott mit den obligatorischen Kaffee- und notwendigen Tank-Pausen. Beim Halt an der Grenze eruebrigte sich die Frage, ob wir die oesterreichische Halsabschneider-Vignette fuer den Hin- oder den Rueck-Weg kaufen sollten, da wir ja eh nur 10 Tage zur Verfuegung hatten. Also das Ding aufs Mopped gepappt und noch einige km weiter auf den Autobahnen unserer oesterr. Nachbarn. Aber dann wurde es so langsam Zeit, sich ne Unterkunft fuer die Nacht zu suchen; also runter von der Dosenbahn und ab ins Gestraeusch. Irgendwo bei Judenburg wurden wir dann auch fuendig. Einen Gasthof in Nussdorf erreichten wir nur ueber kleine geteerte Feldwege und somit war er genau das Richtige, abseits jeglichen Verkehrs. Es war "heute" Ruhetag ...mehr dazu spaeter... aber ein Zimmer konnten wir bekommen. Gerade rechtzeitig, denn es fing an zu regnen. Nach ner knappen Stunde hatte der Regen wieder aufgehoert, wir hatten uns etwas erholt und so gingen wir los, um uns noch etwas die Beine zu vertreten. Da der Ort nur etwas weiter als einen km entfernt lag, sassen wir also kurz darauf in einem Gasthof der "heute" KEINEN Ruehtag hatte und liessen den Tag bei lecker Essen und nem Bierchen ausklingen. Dann wieder nen kl. Verdauungsspaziergang und der erste Tag war mit 705 km auf dem Mopped und knapp 3 km zu Fuss zu Ende.
 

Blick aus dem Fenster Beim Blick aus dem Fenster am naechsten Morgen herrschte nicht gerade eitel Sonnenschein und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nasse Strassen und truebes Wetter in den Bergen erwartete uns. Aber was hilfst? Nix! Eben. Also erst mal gefruehstueckt, gepackt und ab weiter auf Tour.
Nach gut 3,5 Std auf dem Mopped und einer kl. Pause fuhren wir der Turracher Hoehe entgegen, nachdem uns "Eingeborene" von der Strecke ueber den Soelkpass abgeraten hatten. Also ab Richtung Turracher Hoehe und dann an Villach vorbei durch den stinkenden Karawankentunnel. Iss ja wohl echt das Letzte und dafuer auch noch Maut!
Froh, die dunkle Roehre endlich hinter uns gelassen zu haben, waren wir auch schon in Slowenien und nach kurzem Blick des Grenzers auf den Pass hatten wir die Grenze ueberfahren. Jesenice und Ljubljana waren Orte, die man kein 2tes durchfahren muss, wenn nicht unbedingt noetig. In Postoina verliessen wir dann endlich die Autobahn ein letztes Mal um auf Strassen kleiner Gattung Rijeka zu erreichen.
Kaffeepause in SlowenienKnapp 50 km und einer Kaffeepause weiter, verliessen wir den Euro-Raum und deckten uns an der Grenze auch erst mal mit einigen Kuna ein, da man zwar auch in Kroatien mit Euro bezahlen kann.. wie ich verschiedentlich gehoert hatte.. es aber guenstiger und unkomlizierter waere in der Landeswaehrung zu bezahlen. (Logisch, iss bei uns ja auch nicht anders)
Rijeka wurde von uns links liegen gelassen und wir nahmen Opatja als Ziel, welches sich nach 18 Uhr als wir es erreichten, als reines Touri-Nest entpuppte.
 
Die Promenade, an der auch die Strasse parallel verlaeuft, iss ne einzige Nepp-Meile und wir haetten genausogut irgendwo in Mallorca sein koennen. Dementsprechend lange dauerte es, bis wir die paar km hinter uns hatten. Icici hiess der naechste Ort, der uns mit seinem mondaenen Jachthafen empfing. Allerdings stellte sich so langsam die Frage wie, wo, wann uebernachten wir eigentlich, denn es war mittlerweile kurz nach 19 Uhr.
Da wir die Hotels hier an der Kuestenstrasse meiden wollten, schlugen wir erst mal "Richtung Hinterland" ein und uns empfing nach knapp einem km eine Serpentinenstrasse allererster Sahne, auf der wir einfach nen kurzen Halt einlegen MUssTEN, um auf die Kueste und das unter uns liegende Mittelmeer zu schauen und uns zu sagen: "Hey, wir haben es geschafft; wir sind DA!
Allerdings fehlt noch ne Unterkunft. Aber auch diese Frage hat sich nach der naechsten Kurve erledigt. Ein Hinweisschild mit dem Vermerk ***Apartment kommt ins Blickfeld und schon sind wir dorthin abgebogen. Auf unser Klingeln hin erscheint der Vermieter und auf die Frage nach einem freien Zimmer haben wir eine Unterkunft fuer die Nacht, bzw fuer die naechsten zwei. Und was fuer eine. In einer Fewo mit 2 Schlafzimmern, riesigem Wohnzimmer, Kueche, WC, Dusche, einem Balkon und einer Terrasse koennen wir es uns gemuetlich machen. Aber dazu kommen wir nicht, zumindest nicht sofort.
Der Vermieter bittet uns in "sein Reich", einen Raum unter dem Haus in dem er uns selbstgekelterten Wein und selbstgeraeucherten Schinken anbietet. Da wir leider kein Kroatisch, er aber etwas Englisch spricht koennen wir uns doch etwas verstaendigen, bzw das eine oder andere verstehen. Wo wir herkaemen, wie wir auf seine Adresse gekommen seien etc moechte er natuerlich wissen und nach ner knappen halben Std dann ist soweit erst mal alles "erledigt", wir schaelen uns aus den Moppedklamotten und machen es uns im Haus gemuetlich bzw setzen uns auf den Balkon, geniessen den Wein und den wunderbaren Blick vom Balkon aus auf die Bucht.
380 km an diesem Tag und insgesamt 1085 km von zuHause haben wir in den 2 Tage hinter uns.

  Da wir am Donnerstag ja nichts eingekauft hatten, verliessen wir die FeWo also am Freitag Morgen ohne Fruehstueck, was aber hier kein Problem ist, da alle paar km eine Art Cafeteria, Imbiss, Snack oder sonstwas in der Form in der Landschaft steht. Und das Wichtigste: Der Kaffee ist seeehr gut Kirche von HumEin kurzer Blick auf die Karte und wir beschliessen das kleinste Dorf der Welt, wie es heisst, zu besuchen. Also ab Richtung VelaUcka um auf kleinen, teils abenteuerlichen Strassen Vranja und von dort aus ueber ...(bei uns wuerde man Feldwege dazu sagen) sehr schmalen Wegen Hum zu erreichen. Um diese Zeit waren wir dort so ziemlich alleine und so machten wir uns zu Fuss auf Erkundungstour. Schnuckelig, faellt einem da nur ein und als wir das Restaurant erblicken, lassen wir es uns nicht nehmen nach einer Tasse Kaffee heut morgen nun auch mal zu essen wobei die Wahl auf "Kroatische Wurst mit Kraut und Brot" faellt. Ein Glas Roten dazu waere genau das Richtige, aber: Null Allohol wenn mit Mopped unterwegs!
Was ist denn das ploetzlich?! Touris ohne Ende. Hat sich wohl ein Bus hier in die Gegend verirrt, der die weisse Socken und Badelatschen-Touris ausgespuckt hat. Also nix wie weg! Vor dem Souvenir-Laden hat sich sogar schon ne Schlange gebildet, also rauf aufs Mopped unn weg! An der Einmuendung zur Haupstrasse dann passiert es: Fuer Inge heisst es ab sofort: Willkommen im Umfall-Club. Aber da die NTV sich nur langsam auf die Seite abgelegt hat, ist sonst nix passiert unn nur beim aufstellen des Moppeds faehrt uns beinahe noch ein Bus um, ist wohl der, der eben in Hum die Touris ausgespuckt hat. Die plattgedrueckten Nasen und die dazugehoerigen Gesichter an den Scheiben des Busses sprechen Baende: Ein umgefallenes Mopped iss das Aufregendste was die Eingesperrten bisher auf ihrer Tour gesehen haben.

Fuer uns geht es ueber Buzet, Motovun nach Porec, wo in einem Supermarkt erst mal was eingekauft wird. Als wir los wollen, oeffnet der Himmel alle seine Schleusen auf einmal und innerhalb weniger Sekunden sind wir nass. So gut es geht, wird sich noch trockengelegt und wir fahren Richtung Norden weiter nach Novigrad und Umag. Der Regen war auch nur gut um uns zu aergern, denn nach knapp 10 km war alles wieder eitel Sonnenschein. Irgendwo zw. Novigrad und dem nordwestlichsten Zipfel machen wir einen Halt um uns etwas abzukuehlen und die Fuesse ins Wasser zu strecken.
Es geht uns hier nicht alleine so, denn nur einige m weiter haelt kurz spaeter eine Gruppe Moppedfahrer die ebenfalls ein Bad nimmt. Nachdem wir uns etwas abgekuehlt haben, geht es weiter an der Kueste entlang bis Savudrija, wo wir uns auf einer Terrasse ueber dem Meer ein Eis genehmigen, was bei den herrschenden Temperaturen mehr als gut tut. Ein Blick auf die Uhr zeigt uns dass es langsam mehr als Zeit wird um uns auf den Rueckweg zu machen, schliesslich haben wir "mehr als nur ein paar km" vor uns bis wir zurueck in Veprinac sind.
Wir muessen die Halbinsel an der breitesten Stelle durchqueren und auch einige interessante Strassen sollen dabei noch erfahren werden. Nach Buje, Buzet, Roc und Lupoglav sehen wir endlich den Abzweig zur Fewo und obwohl es an diesem Tag nur 210 km waren, sind wir doch beide recht geschafft, was aber bei einem Abendessen auf dem Balkon mit Brot, Kaese, Wein und Obst bald vergessen wird.

hier gehts weiter zum naechsten Teil der Tour
 

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